Rafik Schami, Ich wollte nur Geschichten erzählen - Mosaik der Fremde

20.03.2019

Am 19. März 1971 landete in Frankfurt am Main das Flugzeug, das Rafik Schami nach Deutschland brachte. Die Entscheidung, seine Heimat zu verlassen, war ein Sprung ins kalte Wasser - und in die Freiheit.In Texten, die sich wie Mosaiksteine zu einem bunten Gemälde zusammenfügen, entwirft er sein persönliches und doch universelles Bild vom Leben als Exilautor. Im Bild werden die Mühen des Ankommens ebenso lebendig wie die Tücken und Freuden des Lebens und Schreibens in der Fremde und in einer fremden Sprache. »Ich wollte Damaskus nie verlassen. Aber ich musste. Der Exilautor steht allein vor seiner alten, zerstörerischen, manchmal auch zerstörten Welt, der er zwar körperlich entkam, aber nicht geistig. Ich verließ meine Heimat, aber sie verlässt mich nicht. "Warum schreiben Sie auf Deutsch?" Diese Frage wurde mir am Anfang oft gestellt. Ich antwortete: "Weil die Deutschen, Österreicher und Schweizer kein Arabisch können." Aber der wahre Grund ist natürlich ernster...

Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren. 1971 kam er nach Deutschland, studierte Chemie und schloss das Studium 1979 mit der Promotion ab. Heute lebt er in Marnheim (Pfalz). Schami zählt zu den bedeutendsten Autoren deutscher Sprache. Sein Werk wurde in 31 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur 2015 und dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis 2018. Seit 2002 ist Rafik Schami Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Im Sommersemester 2010 hatte er die Brüder-Grimm-Professur der Universität Kassel inne.
(Zusammengestellt/ kopiert aus der Vorschau des Schiler-Verlags & den "Klappentexten" des Barsortimentskatalogs Libri)